10.07.2020,  db

Kulturgemeinde wird städtisch

Die Verantwortung liegt bald beim Amt

Stellungnahme der Freien Wähler im Kulturausschuss:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

nach 72 Jahren erfolgt hier und heute der „Grabgesang“ für die von viel ehrenamtlichen Engagement getragene Kulturgemeinde Weinheims. Durch den Einsatz vieler Stadträtinnen und Stadträte, von denen ich hier die der Freien Wähler erwähnen werde, hat sich in Weinheim ein kulturelles Zentrum entwickelt, das bei den Bürgern und über Weinheim hinaus auch in Künstlerkreisen geschätzt wird:

Rechtsanwalt Dr. Adalbert Köhler, Dr. Helmut Pönisch, Dieter Freudenberg, Ludwig Trautmann und Christa Ohligmacher

Dazu gehört auch der Kammermusikverein (gegründet 1918), der sich 1963 der Kulturgemeinde Weinheim anschloss mit C.G. Müller, Heinz Müller und Dieter Freudenberg. Dieses ehrenamtliche Engagement war und ist ein Kennzeichen unserer Region.

Nach einer Reihe schwieriger Jahre ist aufgrund der erzwungenen Betriebseinstellung durch die Corona-Krise die Kulturgemeinde Weinheim gezwungen, ihre Tätigkeiten einzustellen. Das finanzielle Risiko aufgrund der unsicheren Lage im Theater- und Kammermusikbereich ist dem persönlich haftenden Verein nicht mehr zuzumuten.

Aus diesem Grund sind wir als Freie Wähler dankbar, dass sich die Stadt Weinheim bereit erklärt, das Genre „Theater und Kammermusik“ künftig in eigener Verantwortung zu organisieren. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass das Amt 12 – Touristik, Kultur und Öffentlichkeitsarbeit – mit der Kulturgemeinde Weinheim die Zusammenarbeit aufgenommen und intensiviert hat, um den Übergang so umzusetzen, dass Theater und Kammermusik in Weinheim auch in Zukunft ihren Platz haben. Das sind wir einerseits den Bürgern schuldig, andererseits auch den „gebeutelten“ Künstlern und Agenturen, mit denen wir zum Teil über viele Jahre verbunden sind. Deren Situation ist zurzeit besonders kritisch, wenn wir uns die vielen Petitionen und Eingaben auf den entsprechenden Plattformen ansehen.

Die geschilderten Maßnahmen hinsichtlich Eingliederung und Konzept sind sinnvoll und zielgerecht.

Hoffentlich können wir mit diesen Vorschlägen den Abonnentenstamm halten und verjüngen, um die erwarteten, wirtschaftlichen Ergebnisse zu erzielen. Die Freien Wähler Weinheim werden die Verwaltung dabei unterstützen. Dies gilt auch für die Vorschläge zum Imagewandel sowie zur Aufstellung eines Programmbeirates zur Spielzeitenplanung und Stückefindung. Letztendlich dient die Eingliederung der kulturellen Tätigkeiten „Theater und Kammermusik“ in das noch zu entwickelnde kulturelle Gesamtkonzept der Stadt Weinheim auch dazu, Stadt und Region kulturell zu bereichern. Die Freien Wähler Weinheim wollen alles dazu beitragen, dass Theater und Kammermusik in Weinheim ihren Platz halten und einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben haben.

Dazu wünschen wir uns einen reibungslosen Übergang.
Die Freien Wähler Weinheims stimmen allen drei Beschlussanträgen der Verwaltung zu.

gez. Dr. G. Bäro für die Freien Wähler Weinheim

 

 

 

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