20.01.2018,  db

Reaktionen der Fraktionen zur OB-Kandidatur

Berichte der Presse

Lesen Sie die Übersicht der Rhein-Neckar-Zeitung vom 19.1.2018:

Wer reiht sich in die Riege der Just-Unterstützer ein?

Reaktionen der Fraktionen und Gruppierungen auf den neuen Kandidaten fallen unterschiedlich aus – SPD entscheidet im Februar

Weinheim. (web) Hirschbergs amtierender Bürgermeister Manuel Just tritt bei der OB-Wahl an. Die Parteien und Gruppierungen reagierten gestern unterschiedlich auf Justs Kandidatur. Die RNZ hörte sich um.

> Holger Haring, Fraktionschef der CDU, lässt die Gespräche mit Just Revue passieren: „Es kristallisierte sich heraus, dass wir ähnliche Vorstellungen von der Zukunft Weinheims haben. Zumindest gab es große Schnittmengen.“ Just bringe große Sachkenntnis mit und wisse mit Gemeinderäten und Bürgern umzugehen, so der Christdemokrat. „Er kennt auch die Situation bei uns in Weinheim, die Kommunen grenzen ja aneinander“, will er Justs Rolle als „Kandidat von außen“ nicht überbewerten. „Jetzt bin ich gespannt darauf, wie sich die anderen positionieren.“

> Gerhard Mackert (Freie Wähler) fasst sich kürzer: „Wir haben Manuel Just angefragt. Vorstand und Fraktion haben ihn einstimmig vorgeschlagen. Der Stadtverband wird Anfang Februar darüber entscheiden. Wenn er zustimmt, werden wir Just unterstützen.“

> SPD-Co-Fraktionssprecher Wolfgang Metzeltin antwortete: „Der heute bestätigten Kandidatur von Just für das Amt des OBs sehe ich mit Interesse entgegen. Als bislang zweiter Kandidat erweitert er das Personaltableau um eine nach demokratischen Grundsätzen wünschenswerte Alternative. Die letzte Entscheidung über eine Kandidatin oder einen Kandidaten der SPD wird auf Vorschlag der Findungskommission bei einer Mitgliederversammlung im Februar getroffen.“

> Uli Sckerl, Grünen-Landtagsabgeordneter und GAL-Stadtrat, empfindet Justs Kandidatur als „hochinteressant“ und „echten Gewinn“ für die anstehende Wahlentscheidung: „Mit ihm bewirbt sich ein ausgewiesener Fachmann. Wir werden in Kürze das Gespräch mit ihm suchen und entscheiden, ob wir ihn oder einen anderen Kandidaten unterstützen.“ Es solle erörtert werden, ob ein Neuanfang in Weinheim mit Just möglich ist. „Einen Parteikandidaten werden wir nicht nominieren.“ Es gehe um die Persönlichkeit. Daher werde man sich nun mit politischen und gesellschaftlichen Kräften auf einen Kandidaten verständigen.

> Auch WL-Fraktionschef Michael Lehner will einen Neubeginn mit WL-Stadtrat und OB-Kandidat Simon Plästerer (34): „Die Bürger können sich entscheiden, ob das System Bernhard für weitere acht Jahre fortbestehen soll – oder ob ein Kandidat gewählt wird, der für neue Ideen, neue Umgangsformen und einen echten Aufbruch steht.“ Just kandidiere, obwohl die Hirschberger ihn erst vor zwei Jahren wiedergewählt hätten. „Für ihn war es wohl entscheidend, von Ratsgruppierungen und Parteivorständen unterstützt zu werden.“ Doch es wählen die Bürger. Diese dürften sich jetzt wohl für einen von drei ernsthaften Bewerbern entscheiden, erinnert Lehner daran, dass die SPD angekündigt hat, einen Kandidaten aufzustellen.

> Andrea Reister (FDP) verweist auf die Mitgliederversammlung ihrer Partei Anfang März. Dann sollen die Liberalen entscheiden, wen sie unterstützen. Zuvor erarbeite der Vorstand einen Vorschlag. „Wir haben Gespräche mit Alexander Eger geführt, diese in letzter Zeit aber nicht intensiviert“, sagt sie zum amtierenden Bürgermeister von St. Leon-Rot. Diesen mit den anderen „Bürgerlichen“ aufs Schild zu heben, wäre ihre „Wunschoption“ gewesen, sagt sie. Jetzt suche sie das Gespräch mit SPD und Grünen.

> Carsten Labudda (Die Linke) wartet auf Inhalte. „Es ist immer ein faszinierendes Ritual, dass nach der Unterstützung oder Ablehnung von Personen gefragt wird, ehe politische Inhalte auf dem Tisch liegen.“ Die Linken würden die politischen Angebote der Kandidaten in den kommenden zwei Wochen analysieren. Gemeinsam werde dann entschieden, „ob wir uns die Riege von Justs Unterstützern einreihen oder Alternativen suchen.“

Bergstraße/Mannheim - Weinheimer Rundschau vom Freitag, 19. Januar 2018, Seite 4

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